
In welchen Kliniken gibt es eine gute Betreuung für Risikogeburten? Hier sind 37 Krankenhäuser gelistet.
Mehrlings- und Frühgeburten oder das Überschreiten des Geburtstermins werden generell als Risikogeburt eingeschätzt. Auch wenn die Mutter über 35 Jahre alt ist oder eine Vorerkrankung hat, wird die Schwangerschaft und Geburt intensiv untersucht und betreut. So können beispielsweise Fehlbildungen oder Organschäden des Ungeborenen früh erkannt und behandelt werden. Viele deutsche Geburtszentren bieten eine umfassende Betreuung für Mutter und Kind an.
In allen nachfolgend aufgeführten Kliniken werden überdurchschnittlich viele Risikogeburten betreut. Außerdem ist der Personalschlüssel gut und die Patientenzufriedenheit hoch.
Herausragende Kliniken für Risikogeburten
Krankenhaus | Behandlungsfälle (2023) | Pflegekraft-Patienten-Verhältnis | Patientenzufriedenheit |
---|---|---|---|
Christophorus-Kliniken Coesfeld | 1685 | mittel | 89 % |
KJF Klinik Josefinum Augsburg | 1448 | weit überdurchschnittlich | 87 % |
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg | 1425 | überdurchschnittlich | 89 % |
Universitätsklinikum Leipzig | 1376 | überdurchschnittlich | 83 % |
Bürgerhospital Frankfurt am Main | 1366 | überdurchschnittlich | 87 % |
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 1236 | überdurchschnittlich | 87 % |
Universitätsklinikum Würzburg | 1175 | weit überdurchschnittlich | 87 % |
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer | 1139 | überdurchschnittlich | 89 % |
Klinikum Stuttgart - Olgahospital/Frauenklinik | 1025 | weit überdurchschnittlich | 83 % |
Marienhaus Klinikum Mainz | 981 | überdurchschnittlich | 84 % |
St. Franziskus-Hospital Münster | 833 | weit überdurchschnittlich | 89 % |
Universitätsklinikum Erlangen | 824 | mittel | 88 % |
St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung Gießen | 802 | mittel | 91 % |
Ludgerus-Kliniken Münster - Standort Clemenshospital | 799 | überdurchschnittlich | 88 % |
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden | 768 | mittel | 87 % |
Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) - St. Elisabeth - Mauerstraße | 751 | überdurchschnittlich | 88 % |
Krankenhaus Landshut-Achdorf | 721 | mittel | 86 % |
Caritas-Klinik Maria Heimsuchung Berlin-Pankow | 705 | überdurchschnittlich | 87 % |
Universitätsklinikum Düsseldorf | 668 | mittel | 83 % |
Deutsches Rotes Kreuz Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein | 656 | weit überdurchschnittlich | 91 % |
Die Filderklinik Filderstadt | 639 | überdurchschnittlich | 84 % |
Klinikum Fulda - Hauptstandort | 599 | überdurchschnittlich | 83 % |
Ev. Diakoniekrankenhaus Freiburg | 587 | überdurchschnittlich | 94 % |
RoMed Klinikum Rosenheim | 575 | mittel | 83 % |
St. Vincenz-Krankenhaus Datteln | 552 | überdurchschnittlich | 83 % |
Universitätsmedizin Göttingen | 514 | mittel | 83 % |
Ortenau Klinikum Achern | 507 | überdurchschnittlich | 84 % |
Frauenklinik Dr. Geisenhofer München | 505 | überdurchschnittlich | 91 % |
Westpfalz-Klinikum - Standort III Kirchheimbolanden | 485 | mittel | 85 % |
Universitätsklinikum Tübingen | 474 | weit überdurchschnittlich | 86 % |
Klinikum Landsberg am Lech | 473 | überdurchschnittlich | 85 % |
Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen | 473 | überdurchschnittlich | 85 % |
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord | 470 | mittel | 86 % |
Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg | 469 | überdurchschnittlich | 84 % |
Krankenhaus Salem der Evang. Stadtmission Heidelberg | 466 | überdurchschnittlich | 89 % |
Universitätsklinikum Freiburg | 451 | überdurchschnittlich | 88 % |
Marienhospital Stuttgart | 427 | mittel | 86 % |
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So wurde die Klinikliste erstellt
- Überdurchschnittlich viele Risikogeburten!
In den dargestellten Kliniken hat das Klinikpersonal eine große Erfahrung mit Risikogeburten (OPS 9-261). Es wurden jene 37 Häuser gelistet, in denen im Jahr 2023 überdurchschnittlich viele Risikogeburten betreut wurden und die außerdem die untenstehenden weiteren zwei Qualitätsmerkmale erfüllen. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der TK entnommen.
Quelle: TK-Klinikführer - Hohe Zufriedenheit!
Mindestens 83 Prozent der Patientinnen und Patienten waren nach ihrem Aufenthalt in einer der oben aufgeführten Kliniken zufrieden. Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 900.000 Patientenbewertungen vor.
Quelle: AOK-Krankenhausatlas - Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis!
Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten. Es stehen krankenhausweit also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Fakten zu Risikogeburten
Der Begriff Risikogeburt umfasst alle Krankheiten und deren Symptome, die die Gesundheit der Mutter und des Kindes gefährden. Daher können die Symptome, die auf eine Risikoschwangerschaft und damit auch einer Risikogeburt hindeuten, ganz unterschiedlich sein.
Risikogeburten können entstehen, wenn die werdende Mutter bereits an Krankheiten leidet, die auch die Schwangerschaft beeinflussen oder eine Krankheit wird erst während der Schwangerschaft diagnostiziert. Es ist auch möglich, dass eine Schwangerschaft problemlos verläuft und es erst bei der Entbindung Komplikationen gibt. Beispiele hierfür können ein vorzeitiger Blasensprung (Öffnung der Fruchtblase), Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder Mehrlingsschwangerschaften, Gerinnungsstörungen, vorausgegangene Fehlgeburten oder Rhesusinkompatibilitäten sein.
Die Ursachen, die die Entstehung einer Risikoschwangerschaft begünstigen, hängen von der individuellen Gesundheitssituation der Mutter und des Kindes ab. Fakt ist jedoch, dass über die Nabelschnur und die Plazenta der gesamte Blut- und Nährstoffaustausch des Kindes an die Mutter gekoppelt ist.
Betrachten wir als Beispiel die Rhesusinkompatibilität. Sicher haben Sie von dem Rhesus-Faktor schon gehört. Hierbei handelt es sich um eine Blutgruppenbezeichnung, die dominant vererbt wird. Personen, die Rhesus-positiv sind, verfügen über ein spezielles Antigen D und Personen, die Rhesus-negativ sind, haben keine D-Antigene. Wenn Rhesus-negative Menschen Kontakt zu Rhesus-positivem Blut haben, bilden sie Antikörper gegen das Rhesus-positive Blut. Bei Schwangeren kann es sein, dass die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. Das bedeutet, dass die Mutter während der Schwangerschaft auf den Kontakt mit Rhesus-positivem Blut hin Antikörper bildet. Dieses schadet dem ersten Kind noch nicht. Wird die Mutter allerdings nochmals schwanger, wieder mit einem Rhesus-positiven Kind, sind im mütterlichen Blut bereits die Antikörper vorhanden, um die Blutzellen des Kindes anzugreifen. Daraus kann sich ein lebensbedrohlicher Zustand für das Kind ergeben.
Zur Erkennung der Rhesusunverträglichkeit ordnen Ärzte bei den schwangeren Frauen ein Test auf irreguläre Antikörper an. Dafür entnehmen sie eine Blutprobe, die im Labor analysiert wird. Mit diesem einfachen Test können sie entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten.
Als Therapie verabreichen Ärzte der Mutter schon nach der ersten Schwangerschaft ein Serum, das kindliche Blutzellen im mütterlichen Blut tötet. So kommen die Antikörper gar nicht zum Einsatz. Die Rhesusinkompatibilität zwischen Mutter und Kind bleibt aber bis zur Geburt als Risikofaktor erhalten. Muss die Mutter beispielsweise vor der Geburt operiert werden oder entscheidet sich für eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung mit Nadel), kann es zu einer Vermischung der beiden Blutgruppen in größeren Mengen kommen, die die Antikörperreaktion auslösen kann. Aus diesem Grund werden diese Schwangerschaften besonders engmaschig überwacht.
Die Anzahl der Risikogeburten, deren besondere Leitung und Überwachung ärztlich angeordnet wurde (OPS-Code 9-261), ist in den letzten Jahren angestiegen. Während im Jahr 2010 noch 167.800 Frauen mit Risikoschwangerschaften in deutschen Kliniken behandelt wurden, waren es im Jahr 2023 rund 181.500 Frauen.